Neuer Prognosefaktor für Brustkrebs entdeckt
"Die Analyse der Immunreaktion in Karzinomen gewinnt an Bedeutung. Von Wissenschaftlern aus Mainz und Dortmund wurde nun mit Hilfe von Genexpressionsprofilen gezeigt, dass ein einzelner Immunmarker, Immunglobulin Kappa C (IGKC), eine ebenso gute Vorhersage der Prognose erlaubt wie das komplette B-Zell-Metagen. Die Expression von IGKC mRNA ist beim nodal-negativen Mammakarzinom mit einer günstigeren Prognose assoziiert und sagt außerdem das verbesserte Ansprechen einer Anthrazyklin-basierten neoadjuvanten Chemotherapie voraus. Zusätzlich ist die IGKC-Expression auch in nicht-kleinzelligen Lungenkarzinomen und kolorektalen Karzinomen prognostisch relevant. Der Marker wurde in verschiedenen Untersuchungskollektiven validiert und lässt sich auf Genexpressionsebene sowohl am Gefrier- als auch am Paraffinmaterial bestimmen. Bemerkenswert ist, dass zudem der immunhistochemische Nachweis des von Plasmazellen gebildeten Proteins am Paraffinmaterial eine prognostische Aussage erlaubt."
PD Dr. med. A. Lebeau »
Deutsches Ärzteblatt online: Wie tumorfreie Ränder bei DCIS die Prognose beeinflussen
"Die Diskussion um den besten Sicherheitsabstand beim DCIS geht weiter.
Es ist unbestritten, dass tumorfreie Resektionsränder bei der brusterhaltenden Therapie des duktalen Carcinoma in situ (DCIS) das Rezidivrisiko vermindern – unabhängig von der Strahlentherapie. Allerdings besteht keine Einigkeit hinsichtlich des besten Sicherheitabstandes. Diese Diskussion wird nun durch die Ergebnisse einer Netzwerk-Meta-Analyse wiederbelebt, die im Journal of the National Cancer Institute (JNCI) online publiziert wurde. Anhand der Daten aus 21 Studien mit 7564 Patientinnen zeigten die Wissenschaftler der University of Minnesota in Minneapolis, dass bei einem 10 mm freien Rand signifikant weniger Lokalrezidive auftreten als bei einem 2 mm breiten Sicherheitsabstand – auch wenn nachbestrahlt wurde. Die Forscher empfehlen deshalb den Operateuren, innerhalb der kosmetischen Beschränkungen einen möglichst breiten tumorfreien Sicherheitsabstand anzustreben. Monica Morrow und Stephen J Katz vom Memorial Sloan-Kettering Cancer Center, New York, stellen die Kernaussage „je breiter desto besser“ in ihrem dazugehörigen Editorial in Frage. Sie kritisieren unter anderem die Methodik der Meta-Analyse, deren Daten überwiegend aus Beobachtungsstudien stammen, die mit dem Risiko der Verzerrung durch Stichprobeselektion einhergehen. Außerdem geben sie zu bedenken, dass eine signifikante Verbesserung der ohnehin exzellenten Überlebenswahr¬scheinlichkeit von Patientinnen mit DCIS (>95%) durch ein aggressiveres operatives Vorgehen nicht zu erwarten ist. Dennoch belegt diese Meta-Analyse den Einfluss des Sicherheitsabstandes auf die Lokalrezidivrate ohne dass sie die Frage nach dem besten Sicherheitsabstand endgültig beantworten kann.
PD Dr. med. A. Lebeau" »
RKI - »Krebs in Deutschland 2007/2008«, 8. Ausgabe
Die Broschüre »Krebs in Deutschland« wird alle zwei Jahre als gemeinsame Publikation der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister e.V. (GEKID) und des Zentrums für Krebsregisterdaten (ZfKD) am Robert Koch-Instituts herausgegeben. Die vorliegende 8. Ausgabe befasst sich erstmals mit Daten, die auf der Grundlage des Bundeskrebsregisterdatengesetzes von den Landeskrebsregistern jährlich in anonymisierter Form an das Anfang 2010 neu entstandene Zentrum für Krebsregisterdaten geliefert und in diesem verarbeitet und ausgewertet werden. Mit Ausnahme von Baden-Württemberg, das erst 2009 mit der Erfassung begonnen hat, sind für die Jahre 2007 und 2008 nun flächendeckend Daten aus allen Bundesländern beim ZfKD eingegangen. Sie haben, je nach geschätzter Vollzähligkeit der Registrierung für die jeweilige Krebslokalisation, zu den vorliegenden Ergebnissen beigetragen. »
Deutsches Ärzteblatt online: Mammographie: Positive Bilanz aus den Niederlanden
"Seit Einführung des Mammographie-Screenings vor 20 Jahren ist die Brustkrebsmortalität-Mortalität in den Niederlanden um 31% gesunken. Die Arbeitsgruppe aus den Niederlanden, die diese Langzeitergebnisse auf der 8. European Breast Cancer Conference in Wien präsentiert haben, stellten auch eine Modellrechnung vor, wonach etwa die Hälfte der Mortalitätsreduktion im Beobachtungszeitraum auf das Screening und die andere Hälfte auf die adjuvante Therapie zurückzuführen sind. In der anhaltenden Diskussion über Vor- und Nachteile des Screenings liefern diese Ergebnisse einen Beleg für die Wirksamkeit des Screenings – unabhängig von der verbesserten adjuvanten Therapie. Die Wissenschaftler werteten in ihrer Analyse auch die Nachteile (Rate an Falsch-positiven, Intervallkarzinome, sog. Überdiagnosen) aus, deren Umfang begrenzt war und den Vorhersagen entsprach."
Frau PD Dr. A. Lebeau »
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